Wetzlar Open 2020 Turnierbericht

Tim Handel gewinnt nationales Preisgeld-Turnier des DTB
„Wetzlar Open“ trotz Corona und neuem Modus gut angenommen
Bericht von Rolf Birkhölzer
Lange war unklar, ob die nunmehr 15. Auflage der “Wetzlar Open” wegen Corona überhaupt stattfinden sollte und letztlich auch konnte, aber nach der dreitägigen Veranstaltung, die vom 31. Juli bis 2. August hochklassiges und unterhaltsames Tennis bot, waren alle sehr zufrieden. Die erfahrenen Turnier-Organisatoren Ute Schmidt und Manfred Throl, die sechs anstrengende Vorbereitungswochen hinter sich hatten, die Spieler, die zahlreichen Helfer aus dem Gastgeber-Club TC Wetzlar und die zusammengerechnet 560 Zuschauer, die auf der idyllischen Anlage im Wetzlarer “Bodenfeld” bei herrlichem Wetter tollen Sport und zum Teil spannende Spiele erlebten. “Das Niveau war sicherlich ähnlich gut wie im letzten Jahr”, fand Throl und war auch “davon überrascht, wie gut der Besuch trotz Pandemie und der damit verbundenen Hygienevorschriften auf der Anlage und des etwas abgespeckten und veränderten Modus war.”
Zwar ließ die Internationale Tennis-Föderation ein ITF-Weltranglistenturnier, wie es das in Wetzlar bisher immer war, diesmal nicht zu, aber dafür fand ein nationales Preisgeld-Turnier des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) statt. Deshalb waren zwar keine internationalen Asse im 32er-Feld am Start, aber gleich 13 Spieler aus den Top 100 der deutschen Rangliste kämpften um die 7500 Euro Preisgeld – davon 2000 Euro für den Sieger. Die holte sich Tim Handel vom TC Markwasen Reutlingen mit einem 6:3 und 6:3-Erfolg im Finale gegen “Lokalmatador” Patrick Zahraj, der in den USA studiert, aber zur Zeit in Wetzlar bei TC-Coach Jochen Müller trainiert. Für den 21-jährigen Zahraj war es eine “Heimkehr” an alte Wirkungsstätte, denn sein Vater Radek war lange Jahre Trainer beim TC und seine Mutter Michaela war Gastronomin im TC-Clubhaus. Im Finale leistete sich der starke Handel kaum Fehler und breakte früh im ersten Satz gegen Zahraj, der versuchte das Spiel zu machen, dem dabei aber zu viele Fehler unterliefen und der den ersten Durchgang 3:6 verlor. Auch der zweite Satz begann für Zahraj mit einer kurzen Behandlungspause denkbar ungünstig. Schnell geriet er mit 0:5 in Rückstand, startete mit dem 3:5 eine kurze Aufholjagd, aber Handel fand zu seiner Stärke zurück. Nach dem erneuten 3:6 musste Zahraj zugeben, dass sein Gegner “verdient gewonnen” habe, weil er einfach besser war. Der 23-jährige Schwabe war “megafroh, gewonnen zu haben” und lobte Kulisse und Organisation rund um die “Wetzlar Open”. “Es war richtig schön, dass Zuschauer dabei waren. Ich mag es sehr gerne, wenn Stimmung auf dem Court ist.”
Ein Höhepunkt des Turniers war das Viertelfinale am Samstag, als sich Zahraj und der topgesetzte Lucas Gerch (Bad Homburg), der ebenfalls in Wetzlar bei Müller trainiert, ein spannendes Match lieferten, das nach ungewöhnlich vielen verlorenen Aufschlagspielen auf beiden Seiten nach 6:2, 1:6 und 15:13 im Champions-Tiebreak an Zahraj ging. Über ein 6:1 und 7:6 im Halbfinale gegen Robert Strombach (Berlin) erreichte Zahraj das Endspiel, während sich Handel mit einem 3:6, 6:1 und 10:3 gegen Ivo Klec (Osterath) durchsetzte. „Handel hat sich im Vergleich zu seinem Vorjahres-Aus in Runde eins inzwischen klar verbessert“, lobte auch Turnier-Organisatorin Ute Schmidt den Turniersieger.

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